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13. Juni 2013

Hochwasser - Verklebte Papierbilder voneinander lösen, Dias und Negative reinigen

Seit Tagen ist das Hochwasser in vielen Teilen Deutschlands das medienbestimmende Thema. Die Folgen für die Betroffenen sind verheerend, die mitunter den Verlust ihres gesamten Hab und Guts zu beklagen haben und dazu gehören auch die geliebten Fotoalben. Wie der Photoindustrie-Verband in Frankfurt am Main berichtet, bestehen durchaus Chancen, durchnässte und verschmutzte Fotoalben retten zu können. Dies ist natürlich zeitaufwändig und stellt für die Betroffenen unter den Begebenheiten eine Herausforderung dar. Je nach Verklebungs- und Trocknungsgrad gelingt es durchaus, die Aufnahmen voneinander zu trennen, indem man die Papierbilder in klarem Wasser mit einer Temperatur von 20 Grad so lange weichen lässt, bis sie sich gut voneinander trennen lassen. Anschließend sollten die Fotos vorsichtig in klarem Wasser mehrfach gespült werden, damit sich auf ihnen kein Schmutz mehr befindet. Die Trocknung der Aufnahmen sollte behutsam erfolgen. Dazu können die Aufnahmen mit speziellen Klemmhaltern an einer Leine/Wäscheständer aufgehängt werden oder man breitet die Aufnahmen mit der Bildunterseite auf Küchenpapier bei normaler Raumtemperatur aus. Der Raum sollte möglichst staubfrei sein, da feuchte Oberflächen extrem anfällig sind.

Auch vom Hochwasser verschmutzte Dias und Negative lassen sich durchaus retten. Ein Versuch ist es in jedem Fall wert, so der Photoindustrie-Verband. Wichtig ist ein schnelles Handeln, damit sich auf Dias und Negativen noch kein Schimmel ausgebreitet hat – das geht schneller, als man denkt. Ist die Filmschicht durch Schimmel nicht beschädigt, so verträgt sie durchaus die Reinigung mit Wasser. Dias, sofern sie gerahmt sind, müssen vor der Reinigung entrahmt und Negative vorsichtig aus ihren Hüllen entfernt werden. Möglicherweise bietet es sich an, dies unter Wasser zu machen. Das ist jedoch situationsabhängig. Wichtig ist in jedem Fall ein vorsichtiges Vorgehen, damit die Filmschicht nicht beschädigt wird. Anschließend erfolgen die Reinigung mit klarem, nicht zu kaltem Wasser und die Trocknung.

Hat sich auf Dias und Negativen schon Schimmel gebildet, so muss man auch seine eigene Gesundheit im Blick haben. Zum Schutz empfiehlt sich eine Atemmaske, damit keine Schimmelsporen in die Atemwege gelangen. Hygienisches Arbeiten ist angesagt und aus diesem Grund sollte man Einweghandschuhe tragen. Die Arbeitsflächen sollten so beschaffen sein, dass man sie später gut reinigen kann. Hat man die Dias entrahmt und die Negative aus den Hüllen befreit, so gilt festzustellen, ob das Filmmaterial feucht oder trocken ist. Sofern es trocken ist, kann man versuchen, mit Watteträgern oder einem Pinsel vorsichtig den Schimmel zu entfernen. Ist das Filmmaterial hingegen feucht, so wird in der Literatur angeraten, es trocknen zu lassen und dann den Schimmel zu entfernen. Behutsamkeit ist in jedem Fall angesagt, wenn man mit einer abrollenden Bewegung den Schimmel entfernt. Je nach Beschädigung kann sich gegebenenfalls die Trägerschicht ablösen. Behutsam sollte man in jedem Fall vorgehen und den Vorgang so lange wiederholen, bis sich kein Belag mehr ablösen lässt. Es ist darauf zu achten, den Schimmel zu entfernen und nicht auf dem Filmmaterial zu verteilen.

Ist die Reinigung abgeschlossen und konnte man im Idealfall den größten Teil des Schimmels entfernen, so ist das Filmmaterial unverzüglich zu scannen. Bei Negativen kann sofort gescannt werden, während Dias noch gerahmt werden müssen. Glasrahmen bieten den großen Vorteil, dass sie das Dia beim Scannen abdichten und so den Scanner vor Schimmel schützen. Zur endgültigen Aufbewahrung sollten Dias in jedem Fall wieder entrahmt und „luftige“ Rahmen gewählt werden. Filmträger für Negative sind nach dem Scanvorgang gut zu reinigen.

Je nach Beschädigung des Filmmaterials lassen sich sehr gute Scan-Ergebnisse erzielen. Obwohl mit digitaler Bildbearbeitung vieles möglich ist und einem unendlich viele Optionen offen stehen, ist es aussichtslos anzunehmen, Bildinformationen, die durch den Pilzbefall nicht mehr vorhanden sind, wieder hervorzaubern zu können. Digitale Bildbearbeitung hilft lediglich, sich wieder dem Original zu nähern.

Inwieweit eine Rettung möglich ist, hängt von der Beschädigung ab. Ein Versuch ist es allemal wert, eine Haftung für weitere Beschädigung kann natürlich nicht übernommen werden. In der Literatur wird die feuchte Behandlung im Wasserbad mit Alkoholtinktur empfohlen. Gerade bei Filmmaterial, auf dem sich noch Schimmelreste befinden, kann es zur Ablösung der Filmschicht kommen. Empfehlenswert ist eine Versuchsreihe. Ultraviolettes Licht soll ebenfalls zur Schimmeleindämmung beitragen und kann in den Behandlungsprozess mit einbezogen werden.